Är­ger in der Kin­der­krip­pe!

Der Bun­des­ge­richts­hof hat mit Ur­teil vom 18.02.2016 (Az.: III ZR 126/15) All­ge­mei­ne Ge­schäfts­be­din­gen in dem Ver­trag ei­ner Krip­pen­be­trei­be­rin ge­mäß § 307 BGB we­gen un­an­ge­mes­se­ner Be­nach­tei­li­gung ih­rer Ver­trags­part­ner als un­wirk­sam an­ge­se­hen. Aus­weis­li­ch der von der Kin­der­krip­pen­be­trei­be­rin ver­wen­de­ten All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen soll­ten El­tern zur Zah­lung ei­ner Kau­ti­on für den ein­zel­nen Krip­pen­platz in Hö­he von 1.000,00 € ver­pflich­tet sein. Der Bun­des­ge­richts­hof sah in die­ser „Dar­le­hens­ge­wäh­rung“ ei­ne un­an­ge­mes­se­ne Be­nach­tei­li­gung der El­tern und er­klär­te die­se Klau­sel für un­wirk­sam.

Dar­über hin­aus hat der Bun­des­ge­richts­hof ei­ne wei­te­re in den All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen ge­re­gel­te Ver­pflich­tung der El­tern für rechts­wid­rig er­klärt, näm­li­ch die durch Scha­dens­er­satz­an­sprü­che der Kin­der­krip­pe sank­tio­nier­te Ver­pflich­tung der El­tern, ihr Kind re­gel­mä­ßig in die Kin­der­krip­pe zu brin­gen und dort be­treu­en zu las­sen. Der Bun­des­ge­richts­hof stell­te klar, dass ei­ne sol­che Pflicht mit dem in Ar­ti­kel 6 Abs. 2 Satz 1 GG ga­ran­tie­ren Pflege- und Er­zie­hungs­recht der El­tern un­ver­ein­bar ist.

Das Ge­richt ist den kla­gen­den El­tern al­ler­dings in­so­weit nicht ge­folgt, als dass die­se den Krip­pen­ver­trag frist­los mit der Be­grün­dung kün­di­gen woll­ten, ihr Kind füh­le si­ch in der Krip­pe nicht wohl. Das Ge­richt wies dar­auf hin, dass es si­ch bei dem Be­treu­ungs­ver­trag um ein dau­ern­des Dienst­ver­hält­nis mit or­dent­li­chen Kün­di­gungs­fris­ten han­delt. Nach Auf­fas­sung des Ge­richts sei es bei sol­chen Dienst­ver­hält­nis­sen nicht ge­bo­ten, den El­tern für die Dau­er ei­ner an­fäng­li­chen „Pro­be­zeit“ sei­tens der Kin­der­krip­pe ein frist­lo­ses Kün­di­gungs­recht ein­zu­räu­men.