Är­ger mit dem Kos­ten­vor­an­schlag!

Ist die Ein­ho­lung ei­nes Kos­ten­vor­an­schla­ges vor Er­tei­lung ei­nes Auf­tra­ges sinn­voll? Muss ich für ei­nen Kos­ten­vor­schlag et­was zah­len? Ist der Un­ter­neh­mer an den Kos­ten­vor­an­schlag ge­bun­den? Die­se Fra­gen be­schäf­ti­gen re­gel­mä­ßig die Ver­brau­cher und auch die Ge­rich­te.

Re­gel­mä­ßig möch­te der Kun­de vor Er­tei­lung ei­nes Auf­tra­ges wis­sen, wie hoch am En­de die Rech­nung aus­fällt. Da­her ist es üb­li­ch und auch sinn­voll, si­ch vor Er­tei­lung ei­nes Auf­tra­ges über die Kos­ten durch Ein­ho­lung ei­nes Kos­ten­vor­schla­ges zu in­for­mie­ren.

Grund­sätz­li­ch ist der Kos­ten­vor­an­schlag kos­ten­los. Et­was an­de­res gilt nur dann, wenn Un­ter­neh­mer und Kun­de vor­her aus­drück­li­ch ver­ein­bart ha­ben, dass auch die Er­stel­lung des Kos­ten­vor­an­schla­ges durch den Kun­den be­zahlt wer­den soll. Fehlt es an ei­ner sol­chen Ver­ein­ba­rung, darf der Kos­ten­vor­an­schlag nicht in Rech­nung ge­stellt wer­den. Auch ein Ver­weis auf All­ge­mei­ne Ge­schäfts­be­din­gun­gen hilft in ei­nem sol­chen Fall dem Un­ter­neh­mer nicht wei­ter. Klau­seln in All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen, die ei­ne Ver­gü­tungs­pflicht für den Kos­ten­vor­an­schlag vor­se­hen, wer­den von den Ge­rich­ten re­gel­mä­ßig als über­ra­schend und un­wirk­sam ein­ge­stuft.

Vie­le Ver­brau­cher sind der Auf­fas­sung, dass Kos­ten­vor­an­schlä­ge grund­sätz­li­ch ver­bind­li­ch sind, d. h. ei­ne End­rech­nung nicht hö­her aus­fal­len darf, als ver­an­schlagt. Grund­sätz­li­ch ent­hält der Kos­ten­vor­an­schlag die un­ge­fähr zu er­war­ten­den Kos­ten. Der Kos­ten­vor­an­schlag ist al­so nicht rechts­ver­bind­li­ch. Ei­ne Aus­nah­me be­steht dann, wenn der Kun­de die Mit­tei­lung ei­nes Fest­prei­ses ver­langt und auf die­se Mit­tei­lung hin ei­nen Auf­trag er­teilt. Bei ei­nem sol­chen Auf­trag spricht man von ei­ner Fest­preis­ver­ein­ba­rung, die auch den Un­ter­neh­mer bin­det. Es be­steht auch die Mög­lich­keit, dass die Par­tei­en aus­drück­li­ch ver­ein­ba­ren, dass der Kos­ten­vor­an­schlag ver­bind­li­ch sein soll. Die­se Ab­spra­che soll­te in dem Kos­ten­vor­an­schlag schrift­li­ch auf­ge­nom­men wer­den.

Er­teilt der Un­ter­neh­mer ei­nen un­ver­bind­li­chen Kos­ten­vor­an­schlag, so ist je­doch nicht je­de Über­schrei­tung des Kos­ten­vor­an­schlags im Rah­men der Ab­rech­nung zu­läs­sig. Ei­ne un­we­sent­li­che Über­schrei­tung muss der Kun­de ak­zep­tie­ren, bei ei­ner we­sent­li­chen Über­schrei­tung muss der Hand­wer­ker hier­auf recht­zei­tig hin­wei­sen. Bei der Fest­le­gung der Gren­ze, ab wann ei­ne we­sent­li­che Über­schrei­tung vor­liegt schwan­ken die Ge­rich­te. Man kann hier fest­hal­ten, dass bei ei­ner Über­schrei­tung von 10 bis 15 % der Un­ter­neh­mer den Kun­den hier­von so­fort in Kennt­nis set­zen muss. Der Kun­de kann dann ent­schei­den, ob er den Auf­trag kün­digt oder doch fort­füh­ren lässt.

Im Er­geb­nis bleibt fest­zu­hal­ten, dass der Kos­ten­vor­an­schlag grund­sätz­li­ch nicht zu ver­gü­ten ist. Er stellt kei­ne ver­bind­li­che Kos­ten­ga­ran­tie dar. Wenn der Hand­wer­ker von dem Kos­ten­vor­an­schlag ab­weicht, muss der Kun­de hier­von recht­zei­tig in Kennt­nis ge­setzt wer­den.