Al­ters­vor­sor­ge in der Ehe

Wenn die Hoch­zeits­glo­cken läu­ten und man ein ge­mein­sa­mes Le­ben plant, be­deu­tet dies in den meis­ten Fäl­len für­ein­an­der da zu sein und ge­mein­sam von dem bei­der­sei­ti­gen Ein­kom­men zu le­ben. Dies gilt ins­be­son­de­re, wenn auf­grund der Be­treu­ung von Kin­dern oder aus an­de­ren Grün­den ein Ehe­gat­te we­ni­ger ver­dient als der an­de­re. Zwangs­läu­fig fällt dann spä­ter auch die Ren­te un­ter­schied­lich hoch aus. Bei in­tak­ter Ehe par­ti­zi­piert der ge­rin­ger Ver­die­nen­de auch im Al­ter an der hö­he­ren Ren­te des an­de­ren Ehe­gat­ten.

An­ders, wenn die Ehe ge­schei­tert ist. Mit der Ehe­schei­dung ent­schei­det das Ge­richt von Amts we­gen über den Ver­sor­gungs­aus­gleich. Hier­bei geht es um den Aus­gleich al­ler Ren­ten­an­wart­schaf­ten, die wäh­rend der Ehe­zeit von den Ehe­leu­ten er­wirt­schaf­tet wur­den. Vom Ver­sor­gungs­aus­gleich er­fasst wer­den die ge­setz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung, be­trieb­li­che Ren­ten­ver­si­che­run­gen, die Be­am­ten­ver­sor­gung und auch pri­va­te Al­ters­vor­sor­ge­ver­trä­ge, die auf Ren­ten­ba­sis ab­ge­schlos­sen wur­den.

Dem ge­gen­über fal­len Le­bens­ver­si­che­run­gen auf Ka­pi­tal­ba­sis in den auf An­trag durch­zu­füh­ren­den Zu­ge­winn­aus­gleich, der vom Ver­sor­gungs­aus­gleich als Aus­gleich des wäh­rend der Ehe er­wirt­schaf­te­ten Ver­mö­gens ab­zu­gren­zen ist.

Zu­nächst holt das Ge­richt die Aus­künf­te über die Ren­ten­an­wart­schaf­ten bei­der Ehe­leu­te bei den Ver­sor­gungs­trä­gern ein, so­dann er­folgt die hälf­ti­ge Auf­tei­lung je­des ein­zel­nen Ren­ten­an­rechts. Ein Aus­schluss des Ver­sor­gungs­aus­gleichs er­folgt nur dann, wenn der Aus­gleichs­be­trag ge­ring­fü­gig ist be­zie­hungs­wei­se die Ehe von kur­zer Dau­er war.

Grund­sätz­lich kön­nen die Ehe­gat­ten auch auf die Durch­füh­rung des Ver­sor­gungs­aus­gleichs ver­zich­ten. Ei­ne ent­spre­chen­de Ver­ein­ba­rung kann be­reits vor­sorg­lich no­ta­ri­ell in ei­nem Ehe­ver­trag oder in ei­ner no­ta­ri­el­len Schei­dungs­fol­gen­ver­ein­ba­rung oder im Schei­dungs­ter­min er­fol­gen. Sie muss al­ler­dings ei­ner Über­prü­fung durch das Ge­richt stand­hal­ten, ins­be­son­de­re sind Ver­ein­ba­run­gen zu Las­ten der So­zi­al­hil­fe­trä­ger un­zu­läs­sig.

Mit dem Ver­sor­gungs­aus­gleich wer­den die Ren­ten­an­wart­schaf­ten so­fort über­tra­gen mit Aus­wir­kung auf den Ren­ten­ein­tritt. Bei lan­ger Ehe­dau­er und ho­her Ein­kom­mens­dif­fe­renz kön­nen so emp­find­li­che Ein­bu­ßen ent­ste­hen. Dem kann ent­ge­gen­ge­wirkt wer­den, in­dem man be­reits wäh­rend der Ehe auf ei­ne aus­ge­gli­che­ne Al­ters­vor­sor­ge ach­tet und vor al­lem nach Durch­füh­rung des Ver­sor­gungs­aus­gleichs die ver­blei­ben­de Al­ters­vor­sor­ge sorg­fäl­tig dar­auf­hin über­prüft, ob die­se noch aus­rei­chend ist. Ge­ge­be­nen­falls ist es emp­feh­lens­wert, nach ei­ner Schei­dung zu­sätz­lich pri­va­te Al­ters­vor­sor­ge zu be­trei­ben.

Bettina Durst

Bet­ti­na Durst

Fach­an­wäl­tin für Fa­mi­li­en­recht
Te­le­fon: 09831/6766 – 51
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