Das neue Mut­ter­schutz­recht

Zum Jah­res­wech­sel ist ei­ne Rei­he von Ge­set­zes­än­de­run­gen im ar­beits­recht­li­chen Be­reich in Kraft ge­tre­ten, dar­un­ter die No­vel­le des Mut­ter­schutz­rechts. Das Ge­setz bringt ein grö­ße­res Maß an struk­tu­rel­ler Klar­heit. Die Be­schäf­ti­gungs­mög­lich­kei­ten von stil­len­den und schwan­ge­ren Ar­beit­neh­me­rin­nen wäh­rend der Nacht­zeit und an Sonn- bzw. Fei­er­ta­gen wur­de deut­lich fle­xi­bi­li­siert. Der Schwer­punkt liegt der Neu­re­ge­lung liegt in ei­ner Er­wei­te­rung des per­so­nel­len An­wen­dungs­be­reichs des Ge­set­zes so­wie ei­ner Aus­wei­tung des mut­ter­schutz­recht­li­chen Son­der­kün­di­gungs­schut­zes.

In den An­wen­dungs­be­reich des Mut­ter­schutz­ge­set­zes ein­be­zo­gen sind jetzt aus­rück­lich auch Aus­zu­bil­den­de und Prak­ti­kan­tin­nen so­wie Schü­le­rin­nen und Stu­den­tin­nen, die ein schu­recht­li­ches Pflicht­prak­ti­kum ab­sol­vie­ren. Da­mit wird klar­ge­stellt, dass auch die­se Per­so­nen­grup­pe künf­tig nicht mit Tä­tig­kei­ten be­traut wer­den darf, die sich schäd­lich auf ih­re Ge­sund­heit be­zie­hungs­wei­se die ih­rer Kin­der aus­wir­ken kön­nen.

Der mut­ter­schutz­recht­li­che Son­der­kün­di­gungs­schutz be­steht schon dar­in, dass ei­ne Kün­di­gung ge­gen­über ei­ner Frau wäh­rend ih­rer Schwan­ger­schaft, bis zum Ab­lauf von 4 Mo­na­ten nach ei­ner Fehl­ge­burt nach der 12. Schwan­ger­schafts­wo­che und bis zum En­de ih­rer Schutz­frist nach der Ent­bin­dung, min­des­tens je­doch bis zum Ab­lauf von 4 Mo­na­ten nach der Ent­bin­dung un­zu­läs­sig ist, es sei denn, das Ge­wer­be­auf­sichts­amt hat auf ent­spre­chen­den Ar­beit­ge­ber­an­trag hin die Kün­di­gung aus­nahms­wei­se für zu­läs­sig er­klärt. Die Pra­xis zeigt, dass die be­hörd­li­che Zu­las­sung der Kün­di­gung nur in Aus­nah­me­fäl­len er­folgt.

In die­sen Son­der­kün­di­gungs­schutz sind jetzt auch ar­beit­neh­mer­ähn­li­che Per­so­nen ein­be­zo­gen, al­so Selbstständige,die im Rah­men ei­ner ge­wis­sen Dau­er­be­zie­hung wirt­schaft­lich von ei­nem Un­ter­neh­men ab­hän­gig sind. Hier­zu kön­nen et­wa Handels-vertreter, Künst­ler, Schrift­stel­ler, Mit­ar­bei­ter im Me­di­en­be­reich so­wie ganz all­ge­mei­ne freie Mit­ar­bei­ter zäh­len. Neu ist auch, dass jetzt auch be­reits Vor­be­rei­tungs­maß­nah­men des Ar­beit­ge­bers im Vor­feld ei­ner Kün­di­gung un­wirk­sam sind. Ver­bo­ten ist dem­nach be­reits die An­hö­rung des Be­triebs­rats vor Aus­spruch ei­ner Kün­di­gung, die Be­tei­li­gung der Schwer­be­hin­der­ten­ver­tre­tung oder et­wa ei­ne An­trags­stel­lung beim In­te­gra­ti­ons­amt ge­rich­tet auf Zu­stim­mung zur Kün­di­gung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses mit ei­nem schwer­be­hin­der­ten oder ei­nem Schwer­be­hin­der­ten gleich­ge­stell­ten Ar­beit­neh­mer.

Be­kräf­tigt wur­de schließ­lich, dass ei­ne (zu­läs­si­ge) Kün­di­gung nicht nur schrift­lich aus­ge­spro­chen, son­dern auch schrift­lich be­grün­det wer­den muss. Wird die­ses Form­er­for­der­nis nicht ein­ge­hal­ten, ist die Kün­di­gung al­lei­ne des­halb un­wirk­sam.

Harald Schwarz

Harald Schwarz

Rechtsanwalt und Partner bei meyerhuber rechtsanwälte partnerschaft mbb
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Telefon: 09831/6766-40
E-Mail: schwarz@meyerhuber.de
Harald Schwarz

Letz­te Ar­ti­kel von Ha­rald Schwarz (Al­le an­zei­gen)