Di­gi­ta­ler Bank­über­fall

In den letz­ten Jah­ren hat der Miss­brauch von EC- und Kre­dit­kar­ten stark zu­ge­nom­men. Hier­bei gilt es als Bank­kun­de ei­ni­ge Grund­re­geln zu be­ach­ten.

Grund­sätz­lich ist der Miss­brauch von per­sön­li­chen Kun­den­da­ten ein Pro­blem der Bank­in­sti­tu­te, da es sich bei der Ver­wer­tung und Ver­wal­tung von Da­ten um ein Auf­ga­ben­feld der Bank han­delt.

Gleich­zei­tig muss aber je­der Be­nut­zer von EC- und Kre­dit­kar­ten si­cher­stel­len, dass sei­ne Da­ten nicht zweck­ent­frem­det wer­den kön­nen. Hier­zu ge­hört auch ei­ne re­gel­mä­ßi­ge Kon­trol­le der Kon­to­aus­zü­ge, um ei­nen evtl. Miss­brauch fest­zu­stel­len.

Wei­ter­hin muss man aber als Kun­de dar­auf ach­ten, dass die pri­va­te Hand­ha­bung mit EC- und Kre­dit­kar­ten nicht ge­gen die sog. „Sorg­falts­pflich­ten“ ver­stößt. Dies ist ins­be­son­de­re der Fall, wenn der Kun­de sei­ne PIN-​Nummer und die Scheck- bzw. Kre­dit­kar­te ge­mein­sam z.B. im Geld­beu­tel, aber auch als Da­ten un­ver­schlüs­selt im all­ge­mein zu­gäng­li­chen Han­dy auf­be­wahrt.

Auch die Wei­ter­ga­be der PIN-​Nummer an Drit­te und/​oder der fahr­läs­si­ge Um­gang mit den Scheck- und Kre­dit­kar­ten selbst, kann da­zu füh­ren, dass der Kun­de für den Miss­brauch der Scheck- und Kre­dit­kar­te selbst haf­tet und auf sei­nem Scha­den sit­zen bleibt.

Pro­ble­ma­tisch ist hier­bei ins­be­son­de­re die sog. „Darlegungs- und Be­weis­last“ im Pro­zess, wenn der Kar­ten­miss­brauch ge­mein­sam mit der Ver­wen­dung ei­ner Ge­heim­num­mer er­folgt ist. Hier muss der Kun­de nach­wei­sen, dass er al­les ge­tan hat, um ei­nen sol­chen Miss­brauch sei­ner Da­ten zu ver­hin­dern.

Letzt­lich kann man die recht­li­che Si­tua­ti­on so zu­sam­men­fas­sen, dass im­mer wenn der Kun­de kei­ne Ein­fluss­mög­lich­kei­ten auf den Da­ten­miss­brauch hat, ei­ne Ei­gen­haf­tung des Kun­den, ab­ge­se­hen von ei­ner et­waig ver­ein­bar­ten Ge­büh­ren­pau­scha­le, grund­sätz­lich nicht ge­ge­ben ist. Im­mer dann je­doch, wenn der Kun­de den Miss­brauch för­dert oder mit­ver­s­ur­sacht hat, be­steht die Ge­fahr, dass er auf dem Scha­den sit­zen bleibt.

Holger Johannes Pütz-von Fabeck

Hol­ger Jo­han­nes Pütz-​von Fa­beck

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Holger Johannes Pütz-von Fabeck

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