DNA-Untersuchung

Kann bei je­dem, wenn es die Staats­an­walt­schaft will, ei­ne DNA-Untersuchung, durch­ge­führt wer­den?

Von Auf­se­hen er­re­gen­den Mas­sen­un­ter­su­chun­gen ist im­mer wie­der in den Ta­ges­zei­tun­gen zu le­sen, eben­so wie die An­ord­nung von Ein­zel­un­ter­su­chun­gen.

Was ge­schieht da?

Die Ent­nah­me ei­ner Spei­chel­pro­be wird durch ein Ge­richt an­ge­ord­net und für den Fall der Wei­ge­rung wird die Ent­nah­me ei­ner Blut­pro­be, so­zu­sa­gen zwangs­wei­se, durch ei­nen Arzt fest­ge­legt.

Dies kann aber die Staats­an­walt­schaft nicht oh­ne Grund be­an­tra­gen.

Das zu­stän­di­ge Ge­richt muss aus­spre­chen, dass bei dem oder der Be­trof­fe­nen „die mo­le­ku­lar­ge­ne­ti­sche Un­ter­su­chung der durch ei­ne kör­per­li­che Un­ter­su­chung er­lang­ten Kör­per­zel­len zur Fest­stel­lung des DNA-Identifizierungsmusters zum Zwe­cke der Iden­ti­täts­fest­stel­lung in künf­ti­gen Straf­ver­fah­ren an­ge­ord­net“ wird, wie ein Text im Ori­gi­nal bei­spiels­wei­se lau­tet.

So mir nichts dir nichts, kann ein Ge­richt dies aber nicht an­ord­nen. Es muss näm­lich vor so ei­ner Ent­schei­dung et­was Gra­vie­ren­des ge­sche­hen sein.

Der/die Be­trof­fe­ne muss ei­ne Straf­tat von er­heb­li­cher Be­deu­tung, ein Ver­bre­chen, ei­ne ge­fähr­li­che Kör­per­ver­let­zung, ei­nen Dieb­stahl in be­son­ders schwe­rem Fall, ei­ne Er­pres­sung oder ei­ne Straf­tat ge­gen die se­xu­el­le Selbst­be­stim­mung als Vor­aus­set­zung für ei­nen sol­chen Be­schluss be­gan­gen ha­ben.

Al­ler­dings muss auch ei­ne Wie­der­ho­lungs­ge­fahr ge­ge­ben sein, d. h. dass al­so neue ein­schlä­gi­ge Straf­ta­ten wahr­schein­lich be­gan­gen wer­den. Das Ge­richt muss sich auch mit der kri­mi­nel­len En­er­gie, dem Ver­hal­ten nach der Tat, der „kri­mi­nel­len Kar­rie­re“, den Vor­stra­fen, dem so­zia­len Um­feld, et­wai­gen psych­ia­tri­schen Er­kran­kun­gen aus­ein­an­der­set­zen.

Dann aber kann das ent­nom­me­ne Kör­per­ma­te­ri­al (Spei­chel) ei­nem Sach­ver­stän­di­gen über­ge­ben wer­den, dies al­ler­dings an­ony­mi­siert. Wenn dann die Kör­per­zel­len un­ter­sucht sind, müs­sen sie so­fort ver­nich­tet wer­den und es dür­fen auch kei­ne wei­te­ren Fest­stel­lun­gen ge­trof­fen wer­den, als die die zur Er­mitt­lung des DNA-Identifizierungsmusters er­for­der­lich sind.

Für die­sen Fall ist aber dann in der ent­spre­chen­den Da­tei ein un­ver­wech­sel­ba­rer „Per­sön­lich­keits­ab­druck“ vor­han­den.

Ein Ri­si­ko birgt na­tür­lich die Er­fas­sung in so ei­ner Da­tei im­mer!

Was ist, wenn ein zwar Vor­be­straf­ter, aber in ei­nem ak­tu­el­len Fall Un­schul­di­ger sich am Tat­ort oder in der Nä­he des Tat­orts auf­ge­hal­ten hat und dort ei­ne Zi­ga­ret­te rauch­te, de­ren Rest er weg­warf?

Be­kann­ter­ma­ßen ge­nügt ei­ne sol­che Zi­ga­ret­te um DNA–Spuren fest­zu­stel­len.

Der Tat­ver­dacht ist dann da!

Und es ist sehr eng und sehr schwie­rig, aus den Müh­len der Jus­tiz wie­der zu ent­kom­men.

Aber kei­ne Sor­ge, oh­ne vor­her­ge­hen­de er­heb­li­che Straf­tat, wird bei nie­man­dem ei­ne zwangs­wei­se DNA-Feststellung er­fol­gen kön­nen!

Dr. Alfred Meyerhuber

Dr. Alfred Meyerhuber

Fachanwalt für Steuerrecht
Fachanwalt für Erbrecht
Telefon: 0981/972123-80
E-Mail: a.meyerhuber@meyerhuber.de
Dr. Alfred Meyerhuber

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