Fort­füh­rung von Ver­si­che­run­gen bei Tren­nung oder Schei­dung

Im Fal­le ei­ner Tren­nung oder Schei­dung ist un­ter an­de­rem zu klä­ren, was mit den be­stehen­den Ver­si­che­run­gen der Ehe­gat­ten ge­schieht. Zu­nächst ist zu prü­fen, ob Ver­si­che­run­gen ge­mein­sam ab­ge­schlos­sen wur­den, oder ob nur ein Ehe­gat­te Ver­si­che­rungs­neh­mer ist. Die Ehe­part­ner soll­ten dann den Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaf­ten mit­tei­len, wer in Zu­kunft bei wel­chem Ver­trag wei­ter Ver­si­che­rungs­neh­mer sein soll.

Nach­fol­gend ein kur­zer Über­bli­ck be­züg­li­ch der Fort­füh­rung aus­ge­wähl­ter Ver­si­che­run­gen:

Be­züg­li­ch der Kran­ken­ver­si­che­rung ist fol­gen­des zu be­ach­ten: Häu­fig sind bei Be­rufs­tä­tig­keit nur ei­nes Ehe­part­ners der an­de­re Ehe­part­ner so­wie die Kin­der in der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung bei­trags­frei mit­ver­si­chert (im Rah­men der „Fa­mi­li­en­ver­si­che­rung“). Im Schei­dungs­fall muss si­ch der bis­her mit­ver­si­cher­te Ehe­part­ner in­ner­halb von drei Mo­na­ten um ei­ne ei­ge­ne Mit­glied­schaft küm­mern, an­dern­falls ver­liert er sei­nen Ver­si­che­rungs­schutz.

Bei ei­ner Le­bens­ver­si­che­rung muss zu­nächst über­prüft wer­den, wer je­weils Ver­si­che­rungs­neh­mer und wer „Be­güns­tig­ter“ ist. Soll nach ei­ner Tren­nung der bis­her be­güns­tig­te Ehe­part­ner im To­des­fall des Ver­si­che­rungs­neh­mers nicht mehr be­zugs­be­rech­tigt hin­sicht­li­ch der Ver­si­che­rungs­sum­me sein, soll­te der Ver­si­che­rungs­ver­trag ent­spre­chend ge­än­dert wer­den. Im Fal­le des ge­setz­li­chen Gü­ter­stan­des, der Zu­ge­winn­ge­mein­schaft, er­folgt ein Aus­gleich der im Lau­fe der Ehe­zeit von ei­nem Ehe­part­ner an­ge­spar­ten Ver­si­che­rungs­sum­men über den so­ge­nann­ten „Zu­ge­winn­aus­gleich“, so­weit die er­wor­be­nen An­rech­te nicht dem so­ge­nann­ten „Ver­sor­gungs­aus­gleich“ un­ter­fal­len. Im Ein­zel­nen sind beim Zu­ge­winn­aus­gleich fol­gen­de Le­bens­ver­si­che­run­gen zu be­rück­sich­ti­gen: Ka­pi­tal­le­bens­ver­si­che­run­gen; Ka­pi­tal­le­bens­ver­si­che­run­gen mit Ren­ten­wahl­recht, wenn der ver­si­cher­te Ehe­part­ner das Wahl­recht er­st nach Zu­stel­lung des Schei­dungs­an­trags aus­übt; Ren­ten­le­bens­ver­si­che­run­gen mit Ka­pi­tal­wahl­recht, wenn der ver­si­cher­te Ehe­part­ner vor Zu­stel­lung des Schei­dungs­an­trags die Ka­pi­tal­leis­tung wählt.

Der Ver­si­che­rungs­schutz der pri­va­ten Haft­pflicht­ver­si­che­rung, die von vie­len Ehe­part­nern als Fa­mi­li­en­haft­pflicht­ver­si­che­rung ab­ge­schlos­sen wird, gilt nach der Schei­dung nur no­ch für den Ehe­part­ner, der im Ver­trag als Ver­si­che­rungs­neh­mer ver­ein­bart wur­de. Der an­de­re Ehe­part­ner muss für den Fall nach der Schei­dung so­mit ei­ne ei­ge­ne Haft­pflicht­ver­si­che­rung für si­ch ab­schlie­ßen.

Auch ei­ne Haus­rats­ver­si­che­rung ver­bleibt bei dem im Ver­trag als Ver­si­che­rungs­neh­mer ge­nann­ten Ehe­part­ner, un­ab­hän­gig da­von, ob die­ser in der ehe­li­chen Woh­nung ver­bleibt oder aus­zieht. Der an­de­re Ehe­part­ner muss, so­weit er Ver­si­che­rungs­schutz wünscht, ei­ne ei­ge­ne Haus­rats­ver­si­che­rung ab­schlie­ßen.

Um fi­nan­zi­el­le Nach­tei­le zu ver­mei­den, emp­fiehlt es si­ch da­her, im Trennungs- oder Schei­dungs­fall recht­zei­tig auch in Ver­si­che­rungs­fra­gen für ge­ord­ne­te Ver­hält­nis­se zu sor­gen.