Hal­ten Ih­re Ver­hält­nis­se ei­nem Fremd­ver­gleich stand?

In der Be­ra­tungs­si­tua­ti­on be­geg­nen – wie über­all – im­mer wie­der er­staun­li­che „Ge­schäfts­be­zie­hun­gen“.

Man trifft et­wa auf Ehe­frau­en, die si­ch selbst als „klei­ne Teil­zeit­an­ge­stell­te mit € 600,00 net­to“ be­zeich­nen. Der of­fen­kun­di­ge ho­he Le­bens­stan­dard wird nach­voll­zieh­bar, wenn im wei­te­ren Ge­sprächs­ver­lauf nicht oh­ne Stolz mit­ge­teilt wird, man ha­be als Ehe­paar seit Jahr­zehn­ten un­ter bei­der­sei­ti­gem Ein­satz (je­weils Voll­zeit!) ge­mein­sam ein flo­rie­ren­des Un­ter­neh­men auf­ge­baut. Steu­er­li­ch ist die Teil­zeit­kon­struk­ti­on we­gen des so­ge­nann­ten Ehe­gat­ten­split­tings na­tür­li­ch ein­träg­li­ch. Die Frau oder der „teil­zeit­ar­bei­ten­de“ Mann (sol­ches be­geg­net ge­ra­de in Zu­sam­men­hang mit ei­ner vor­an­ge­gan­ge­nen In­sol­venz) wer­den si­ch auf ei­ne tat­säch­li­che Rol­le als Teil­ha­ber ei­ner Ehe­gat­ten­in­nen­ge­sell­schaft er­st be­ru­fen, wenn es um die Auseinander-​setzung im Rah­men der Schei­dung geht …

Die glei­che recht­li­che Pro­ble­ma­tik zeigt si­ch et­wa beim Zu­sam­men­le­ben nicht ver­hei­ra­te­ter Le­bens­part­ner, wenn das ge­mein­sam be­wohn­te An­we­sen im Al­lein­ei­gen­tum ei­nes der bei­den steht. Hier ei­nen Miet­ver­trag ab­zu­schlie­ßen und et­wa durch Bau­maß­nah­men ver­ur­sach­te „Ver­lus­te“ steu­er­li­ch gel­tend zu ma­chen, ist mehr als ge­fähr­li­ch.

Die vor­ste­hend bei­spiel­haft ski­zier­ten Sach­ver­hal­te müs­sen näm­li­ch für ih­re steu­er­li­che An­er­ken­nung ei­nem Stand hal­ten: Dem sog. „Fremd­ver­gleich“. Das be­deu­tet, dass Rechts­be­zie­hun­gen zwi­schen Fa­mi­li­en­mit­glie­dern und sons­ti­gen na­he ste­hen­den Per­so­nen nur dann steu­er­li­ch be­rück­sich­tigt wer­den kön­nen, wenn sie klar, ein­deu­tig und vor al­lem dem bür­ger­li­chen Recht ent­spre­chend wirk­sam ver­ein­bart wor­den sind. Sol­che Ver­trä­ge müs­sen auch ent­spre­chend durch­ge­führt wer­den.

Sie müs­sen vor al­lem aber in­halt­li­ch dem Fremd­ver­gleich stand­hal­ten, al­so sol­che Pflich­ten und Rech­te vor­se­hen, wie sie auch un­ter Frem­den ver­ein­bart wor­den wä­ren. Wei­ter müs­sen die Re­ge­lun­gen an­ge­mes­sen sein. Bei dem Teil­zeit­ar­beits­ver­hält­nis lässt si­ch das et­wa leicht an­hand ei­nes be­triebs­in­ter­nen Ver­gleichs mit an­de­ren Ar­beits­ver­hält­nis­sen prü­fen oder mit sol­chen, die in­ner­halb der­sel­ben Bran­che als Maß­stab her­an­ge­zo­gen wer­den kön­nen.

Soll­ten Sie sol­che Rechts­be­zie­hun­gen un­ter­hal­ten, lohnt die kri­ti­sche Fra­ge an si­ch selbst, ob Hin­ter­grund bzw. Mo­tiv des ge­wähl­ten Kon­strukts die Um­ge­hung von Zah­lungs­pflich­ten ist oder der fi­nan­zi­el­le Vor­teil doch nur ei­nen an­ge­neh­men Ne­ben­ef­fekt dar­stellt. Am si­chers­ten ist frei­li­ch die pro­fes­sio­nel­le Ab­klä­rung.

Bei Zwei­feln vor Be­ginn der Ein­ge­hung sol­cher Ver­hält­nis­se soll­te ei­ne fach­kun­di­ge Be­ra­tung und Prü­fung er­fol­gen. So­fern es be­reits zu Rechts­ver­stö­ßen ge­kom­men ist, bie­tet si­ch die Ab­ga­be ei­ner so ge­nann­ten Selbst­an­zei­ge nach § 371 AO als gol­de­ne Brü­cke zur Straf­frei­heit an.

Dr. Christian Horvat

Dr. Chris­ti­an Hor­vat

Fach­an­walt für Straf­recht
Fach­an­walt für Steu­er­recht
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Dr. Christian Horvat

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