Impf­scha­den – die Rech­te Be­trof­fe­ner

Mitt­ler­wei­le herrscht ei­ne brei­te öf­fent­li­che De­bat­te zu der Fra­ge, ob Imp­fun­gen bei Kin­dern sinn­voll sind oder nicht. In die­se Dis­kus­si­on mi­schen sich auch Stim­men, die ei­ne Impf­pflicht für Kin­der for­dern und sol­che, die Imp­fun­gen ge­ne­rell ab­leh­nen. Bei Kin­dern han­delt es sich um die klas­si­schen Imp­fun­gen ge­gen Ma­sern, Rö­teln und Co. Er­wach­se­ne wer­den meist auf­ge­ru­fen, sich die Grip­pe­schutz­imp­fung ver­ab­rei­chen zu las­sen und sich ge­gen FSME, wel­che durch Ze­cken­bis­se über­tra­gen wird, imp­fen zu las­sen. Prak­tisch das gan­ze Jahr über, wer­den Bür­ger al­so auf­ge­ru­fen, sich imp­fen zu las­sen.

Im März 2009 kam erst­ma­lig die Na­tio­na­le Impf­kon­fe­renz in Mainz zu­sam­men. Dort sind Ex­per­tin­nen und Ex­per­ten aus Wis­sen­schaft, Ge­sund­heits­po­li­tik, For­schung, Ärz­te­schaft, Öf­fent­li­chem Ge­sund­heits­dienst, der Kos­ten­trä­ger und Impf­kri­ti­ker zu ei­ner Kon­fe­renz zu­sam­men ge­kom­men. Laut ei­ner Stu­die die­ses Na­tio­na­len Impf­plans wur­den von 2005 bis 2009 deutsch­land­weit ins­ge­samt 1036 An­trä­ge auf An­er­ken­nung ei­nes Impf­scha­dens ge­stellt, durch­schnitt­lich al­so 207 An­trä­ge pro Jahr. In Bay­ern gin­gen im Zeit­raum 2005 bis 2009 215 An­trä­ge ein, sta­tis­tisch al­so 45 pro Jahr.

Deutsch­land­weit wur­den in die­sem Zeit­raum 169 Impf­schä­den an­er­kannt, pro Jahr rund 34 Fäl­le. Da­bei ist zu be­rück­sich­ti­gen, dass in die­se Sta­tis­tik auch Fäl­le ein­flos­sen, die be­reits vor dem Jahr 2005 ge­mel­det wur­den, über die je­doch erst in­ner­halb des Zeit­raums der Sta­tis­tik ent­schie­den wur­de.

Impf­schä­den sind sehr sel­ten und in An­be­tracht der Men­ge jähr­lich ver­ab­reich­ter Imp­fun­gen stellt dies ei­nen äu­ßerst ge­rin­gen Teil dar, der bei 0,041 Fäl­len pro 100.000 Ein­woh­nern liegt.

Was ist je­doch mit die­sen ca. 34 Fäl­len pro Jahr in Deutsch­land bzw. den 207 Ver­dachts­fäl­len? Wie läuft ein An­er­ken­nungs­ver­fah­ren ab und wel­che An­sprü­che ha­ben Be­trof­fe­ne?

Was ist ein Impf­scha­den?

Nicht je­de Ne­ben­wir­kung stellt ei­nen Scha­den dar. Der Arzt ist ge­setz­lich ver­pflich­tet den Pa­ti­en­ten vor der Imp­fung dar­über auf­zu­klä­ren, wel­che Ne­ben­wir­kun­gen ein­tre­ten kön­nen. Bei­spiels­wei­se kön­nen bei FSME-Impfungen Schmer­zen, Rö­tung oder Schwel­lung an der Ein­stich­stel­le auf­tre­ten. Die­se Be­schwer­den zei­gen im Re­gel­fall an, dass der Kör­per sich mit dem Impf­stoff aus­ein­an­der­setzt.

In­ner­halb der ers­ten vier Ta­ge nach der Imp­fung kön­nen Sym­pto­me wie Tem­pe­ra­tur­er­hö­hung und Fie­ber, Kopf-, Muskel- so­wie Ge­lenk­schmer­zen, Un­wohl­sein oder Magen-Darm-Beschwerden vor­kom­men. In der Re­gel klin­gen die­se Sym­pto­me rasch wie­der ab und hin­ter­las­sen kei­ne Fol­ge­schä­den.

Wenn je­doch kör­per­li­che Be­schwer­den auf­tre­ten, die über die „nor­ma­len“ Ne­ben­wir­kun­gen hin­aus­ge­hen und dau­er­haf­te Fol­gen zu­rück­blei­ben, spricht man von ei­nem Impf­scha­den. Das In­fek­ti­ons­schutz­ge­setz (IfSG) de­fi­niert ei­nen Impf­scha­den als ge­sund­heit­li­che und wirt­schaft­li­che Fol­ge ei­ner über das üb­li­che Aus­maß ei­ner Impf­re­ak­ti­on hin­aus­ge­hen­den ge­sund­heit­li­chen Schä­di­gung durch die Schutz­imp­fung.


Was ma­che ich, wenn ich den Ver­dacht ha­be, dass ein Impf­scha­den vor­liegt?

Der ers­te Weg soll­te de­fi­ni­tiv der zum Arzt sein. Er kann ein­schät­zen, ob es sich um ei­ne Ne­ben­wir­kung han­delt, die un­ge­fähr­lich ist, oder ob ein kon­kre­ter Be­hand­lungs­be­darf be­steht.

Wenn sich her­aus­stellt, dass es sich um kei­ne Ne­ben­wir­kung han­delt, son­dern ein ech­ter Scha­den ent­stan­den ist, soll­te ge­prüft wer­den, wo­durch er ver­ur­sacht wur­de. Da­bei kom­men meh­re­re Ur­sa­chen und ver­schie­de­ne Ver­ur­sa­cher in Be­tracht, die ju­ris­tisch von­ein­an­der zu tren­nen sind.


Wer haf­tet für ei­nen Impf­scha­den?

In Be­tracht kommt ei­ne Haf­tung des phar­ma­zeu­ti­schen Un­ter­neh­mens, das den Impf­stoff ent­wi­ckelt und her­ge­stellt hat.

Das Arz­nei­mit­tel­ge­setz (AMG) re­gelt un­ter an­de­rem, wann ein Phar­ma­kon­zern haf­tet. Das ist der Fall, wenn in Fol­ge des Impf­stoffs ein Mensch zu Scha­den kommt und das Arz­nei­mit­tel bei be­stim­mungs­ge­mä­ßem Ge­brauch schäd­li­che Wir­kun­gen hat, die über ein nach den Er­kennt­nis­sen der me­di­zi­ni­schen Wis­sen­schaft ver­tret­ba­res Maß hin­aus­ge­hen oder der Scha­den in­fol­ge ei­ner nicht den Er­kennt­nis­sen der me­di­zi­ni­schen Wis­sen­schaft ent­spre­chen­den Kenn­zeich­nung, Fach­in­for­ma­ti­on oder Ge­brauchs­in­for­ma­ti­on ein­ge­tre­ten ist.

Im Klar­text heißt das, dass ent­we­der das Arz­nei­mit­tel ei­nen Feh­ler auf­weist, den das phar­ma­zeu­ti­sche Un­ter­neh­men nicht kann­te, aber hät­te ken­nen müs­sen, oder weil das phar­ma­zeu­ti­sche Un­ter­neh­men fal­sche In­for­ma­tio­nen über den Impf­stoff ver­brei­tet hat.

Dies nach­zu­prü­fen kann mit­un­ter schwer sein und gleicht dem Kampf Da­vid ge­gen Go­li­ath. Durch den Ge­schä­dig­ten muss nach­ge­wie­sen wer­den, dass das Arz­nei­mit­tel feh­ler­haft ist. Es be­stehen zwar Be­weis­er­leich­te­run­gen zu­guns­ten des Ver­brau­chers, den­noch muss man sich auf ei­nen lang­wie­ri­gen und kos­ten­in­ten­si­ven Recht­streit ein­stel­len.

Auch der Arzt kann grund­sätz­lich zur Re­chen­schaft ge­zo­gen wer­den, al­ler­dings nur dann, wenn er ge­gen die Re­geln der ärzt­li­chen Kunst ver­sto­ßen hat.

Er hat die Pflicht den Pa­ti­en­ten vor der Imp­fung über even­tu­el­le Ne­ben­wir­kun­gen oder Schä­den auf­zu­klä­ren und ihm klar zu ma­chen, wel­che ne­ga­ti­ven Kon­se­quen­zen durch die Imp­fung auf­tre­ten kön­nen. Tut er dies nicht, ist die Imp­fung rechts­wid­rig und ei­ner ge­fähr­li­chen Kör­per­ver­let­zung gleich­ge­stellt, un­ab­hän­gig da­von, ob es spä­ter zu ei­nem Impf­scha­den kommt, da be­reits der Stich mit der Na­del ei­ne sol­che Kör­per­ver­let­zung dar­stellt.

Der Arzt haf­tet auch für Fol­ge­schä­den nach der Imp­fung, wenn er sie nicht nach dem Fach­arzt­stan­dard durch­ge­führt hat. Das ist bei­spiels­wei­se der Fall, wenn dem Arzt Kon­tra­in­di­ka­tio­nen be­kannt sind und der Pa­ti­ent den Impf­stoff gar nicht er­hal­ten dürf­te. Das ist bei­spiels­wei­se der Fall, wenn der Pa­ti­ent All­er­gi­en auf be­stimm­te Be­stand­tei­le des Impf­stoffs hat. Der Arzt haf­tet auch, wenn er Hy­gie­ne­stan­dards nicht wahrt oder die Imp­fung an nicht kom­pe­ten­tes Pra­xis­per­so­nal wei­ter­gibt und hier­durch ein Scha­den ent­steht. Die Sprit­ze im War­te­zim­mer durch die Aus­zu­bil­den­de des Arz­tes soll­te zwar mitt­ler­wei­le der Ver­gan­gen­heit an­ge­hö­ren, ist je­doch lei­der teil­wei­se noch Rea­li­tät.

Den Staat trifft bei öf­fent­lich emp­foh­le­nen Imp­fun­gen ei­ne be­son­de­re Für­sor­ge­pflicht ge­gen­über dem Bür­ger. Wel­che Imp­fun­gen emp­foh­len wer­den, ent­schei­den die obers­ten Lan­des­ge­sund­heits­be­hör­den der ein­zel­nen Bun­des­län­der. In Bay­ern er­folg­te am 24. Sep­tem­ber 2013 ei­ne Be­kannt­ma­chung des Baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­ri­ums für Um­welt und Ge­sund­heit, in der die Schutz­imp­fun­gen auf­ge­lis­tet sind. Hier­zu ge­hö­ren un­ter an­de­rem Imp­fun­gen ge­gen Cho­le­ra, FSME (sog. Ze­cken­biss­imp­fung), In­flu­en­za, Ma­sern, Rö­teln und Hu­ma­ne Pa­pil­lom­vi­ren (sog. Ge­bär­mut­ter­hals­krebs­imp­fung).


Wie läuft ein Ver­fah­ren auf An­er­ken­nung ei­nes Impf­scha­dens bei ei­ner öf­fent­lich emp­foh­le­nen Imp­fung ab?

Zu­stän­dig sind die Lan­des­be­hör­den, in Bay­ern das Zen­trum Bay­ern Fa­mi­lie und So­zia­les. Dort kann ein An­trag auf An­er­ken­nung ei­nes Impf­scha­dens ge­stellt wer­den. Die Be­hör­de muss dann von Amts we­gen er­mit­teln und die Auf­klä­rung mit be­son­de­rer Sorg­falt durch­füh­ren. Sie muss um­fas­send er­mit­teln, das be­deu­tet, dass sie al­le in Be­tracht kom­men­den me­di­zi­ni­schen Un­ter­la­gen (von Ärz­ten, Kran­ken­häu­sern, Kran­ken­kas­sen, Schwer­be­hin­der­ten­ak­te falls vor­han­den, Vor­sor­ge­un­ter­su­chungs­heft, Pro­to­koll zum Ge­sund­heits­ver­lauf bei Imp­fung im Kin­des­al­ter) bei­zie­hen muss. Er­mit­telt wird auch, ob be­reits in der Ver­gan­gen­heit auf­fäl­li­ge Impf­re­ak­tio­nen in den Pa­ti­en­ten­un­ter­la­gen des be­han­deln­den Arz­tes do­ku­men­tiert sind.

Nach Ab­schluss der Er­mitt­lun­gen wer­den die Ak­ten dem Ärzt­li­chen Dienst zur Be­gut­ach­tung über­ge­ben. Ein Arzt der Be­hör­de oder ein ex­ter­ner Gut­ach­ter prü­fen dann die me­di­zi­ni­schen Un­ter­la­gen, die Sym­pto­me des Be­trof­fe­nen und de­ren Zu­sam­men­hang mit der Imp­fung. Teil­wei­se wer­den die Re­sul­ta­te dann durch ei­nen an­de­ren Arzt nach­ge­prüft, der dem Erst­gut­ach­ter zu­stim­men oder sei­ne ei­ge­ne Be­ur­tei­lung ab­ge­ben kann.

Ge­langt der ärzt­li­che Gut­ach­ter zu dem Er­geb­nis, dass zwi­schen der gel­tend ge­mach­ten Er­kran­kung und der Imp­fung kein Zu­sam­men­hang be­steht oder er sich nicht si­cher ist, prüft der zu­stän­di­gen Sach­be­ar­bei­ter, ob das Gut­ach­ten aus­rei­chend ist, oder ob even­tu­ell wei­te­re Sach­ver­stän­di­ge zu­ra­te ge­zo­gen wer­den müs­sen. So­fern der Ärzt­li­che Dienst das Vor­lie­gen ei­nes Impf­scha­dens ver­neint hat, ist dem An­trag­stel­ler vor Be­kannt­ga­be des Ab­leh­nungs­be­schei­des die Ge­le­gen­heit zu ei­nem per­sön­li­chen Ge­spräch an­zu­bie­ten, in dem even­tu­ell noch of­fe­ne Fra­gen ge­klärt und das Gut­ach­ten be­spro­chen wer­den kann. Da­durch soll es dem An­trag­stel­ler er­mög­licht wer­den, die me­di­zi­ni­schen Hin­ter­grün­de zu er­fas­sen und nach­voll­zie­hen zu kön­nen, be­vor die Ab­leh­nung er­folgt.

Wenn die Ab­leh­nung er­folgt, kann der Impf­ge­schä­dig­te hier­ge­gen zum ört­li­chen zu­stän­di­gen So­zi­al­ge­richt kla­gen. Das Ge­richt holt im Re­gel­fall ein wei­te­res Gut­ach­ten ein, wel­ches in der Re­gel dann Grund­la­ge sei­ner Ent­schei­dung ist. Der An­spruch­stel­ler kann ei­ge­ne Gut­ach­ten wäh­rend die­ses Ver­fah­rens ein­ho­len, die sei­nen An­spruch auf An­er­ken­nung des Impf­scha­dens stüt­zen.

Was muss ich für die An­er­ken­nung ei­nes Impf­scha­dens nach­wei­sen?

Die An­er­ken­nung als Impf­scha­den setzt ei­ne drei­glied­ri­ge Kau­sal­ket­te vor­aus: Ei­ne “Schutz­imp­fung oder ei­ner an­de­ren Maß­nah­me der spe­zi­fi­schen Pro­phy­la­xe” (1. Glied), muss zu ei­ner “ge­sund­heit­li­chen Schä­di­gung” (2. Glied), al­so ei­ner Impf­kom­pli­ka­ti­on ge­führt ha­ben, die wie­der­um den “Impf­scha­den” (3. Glied), d.h. die dau­er­haf­te ge­sund­heit­li­che Schä­di­gung, al­so den Fol­ge­scha­den be­dingt, so das Baye­ri­sche Lan­des­so­zi­al­ge­richt (Ur­teil vom 25. Ju­li 2017, Az: L 20 VJ 1/17).

Die­se drei Glie­der der Kau­sal­ket­te müs­sen im Voll­be­weis, das heißt mit an Si­cher­heit gren­zen­der Wahr­schein­lich­keit, nach­ge­wie­sen sein. Dies ge­lingt dem An­spruch­stel­ler nur mit­hil­fe von Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten. Für die­sen Be­weis­grad ist es zwar nicht not­wen­dig, dass die er­for­der­li­chen Tat­sa­chen mit ab­so­lu­ter Ge­wiss­heit fest­ste­hen, aber es muss ein so ho­her Grad der Wahr­schein­lich­keit vor­lie­gen, dass kein ver­nünf­ti­ger Mensch mehr am Vor­lie­gen des Impf­scha­dens zwei­feln wür­de, so das Baye­ri­sche Lan­des­so­zi­al­ge­richt wei­ter.

Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt geht eben­falls in stän­di­ger Recht­spre­chung da­von aus, dass die Impf­kom­pli­ka­ti­on im Voll­be­weis nach­ge­wie­sen sein muss. Es hat im Ur­teil vom 7. April 2011, (Az B 9 VJ 1/10 R), aus­ge­führt, dass zu­nächst das auf­ge­tre­te­ne Krank­heits­ge­sche­hen nach der Imp­fung be­wie­sen wer­den muss. Im zwei­ten Schritt muss der Klä­ger dann nach­wei­sen, dass die­se Krank­heit mit Wahr­schein­lich­keit auf die Imp­fung zu­rück­zu­füh­ren ist.

Der Impf­ge­schä­dig­te soll­te da­her sei­ne Impf­re­ak­ti­on durch ei­nen Arzt fest­stel­len las­sen. Die blo­ße Be­haup­tung, man ha­be nach der Imp­fung Pro­ble­me ge­habt, reicht nicht. Der An­spruch­stel­ler muss auch nach­wei­sen, dass er ei­nen dau­er­haf­ten Scha­den er­lit­ten hat. Für die Fra­ge, ob der Impf­scha­den Fol­ge der Impf­re­ak­ti­on ist, ge­nügt je­doch ein „ur­säch­li­cher Zu­sam­men­hang.“ Was hier­un­ter zu ver­ste­hen ist, ist um­strit­ten und soll­te bei je­dem Ein­zel­fall ge­nau ge­prüft wer­den.

Jüngst hat­te der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof ge­ur­teilt, dass Ge­rich­te bei Nicht­vor­lie­gen si­che­rer und un­wi­der­leg­ba­rer Be­wei­se auf der Grund­la­ge ei­nes Bün­dels ernst­haf­ter, kla­rer und über­ein­stim­men­der In­di­zi­en auf ei­nen Feh­ler des Impf­stoffs und ei­nen ur­säch­li­chen Zu­sam­men­hang zwi­schen die­sem und ei­ner Krank­heit schlie­ßen kann, wenn ihm die­ses In­di­zi­en­bün­del ge­stat­tet, mit ei­nem hin­rei­chend ho­hen Grad an Wahr­schein­lich­keit da­von aus­zu­ge­hen, dass die­se Schluss­fol­ge­rung der Wirk­lich­keit ent­spricht (Ur­teil vom 21. Ju­ni 2017, Az: C 621/15).

Dies klingt sehr kom­pli­ziert und theo­re­tisch. Das Ur­teil ist ge­ra­de bei Wis­sen­schaft­lern sehr um­strit­ten und wird noch für viel Wir­bel in der Recht­spre­chung sor­gen.

Wel­che An­sprü­che ha­be ich bei An­er­ken­nung ei­nes Impf­scha­dens?

Der Ge­schä­dig­te be­kommt sei­ne ge­sund­heit­li­chen und wirt­schaft­li­chen Fol­gen er­stat­tet. Das be­deu­tet, dass er An­spruch auf ein Schmer­zens­geld hat. Dar­über hin­aus kann er Ver­sor­gungs­leis­tun­gen be­an­spru­chen, wenn er auf­grund des Impf­scha­dens nicht mehr oder we­ni­ger ar­bei­ten kann.

Er er­hält auch me­di­zi­nisch not­wen­di­ge Be­hand­lun­gen um sei­ne Impf­schä­den zu hei­len oder je­den­falls zu lin­dern. Die Heil­be­hand­lung kann auch heil­päd­ago­gi­sche Be­hand­lun­gen, heil­gym­nas­ti­sche und be­we­gungs­the­ra­peu­ti­sche Übun­gen um­fas­sen.

Isa­bel­la Beer
Rechts­an­wäl­tin
Re­fe­rat für Me­di­zin­recht
Re­fe­rat für Ver­si­che­rungs­recht

Isabella Beer

Isabella Beer

Fachanwältin für Medizinrecht
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