Dieb­stahl ei­ner ein­ge­la­ger­ten Ein­bau­kü­che

Der Bun­des­ge­richts­hof mus­s­te mit Ur­teil vom 13.04.2016, Az.: VIII ZR 198/15, dar­über ent­schei­den, ob ei­ne Miet­min­de­rung von mo­nat­li­ch 15,59 € an­ge­mes­sen er­scheint, weil ei­ne ver­ein­ba­rungs­ge­mäß im Kel­ler der Miet­woh­nung ein­ge­la­ger­te Ein­bau­kü­che des Ver­mie­ters der Mie­te­rin we­gen Dieb­stahls nicht mehr zur Ver­fü­gung stand.

Im Fall vor dem Bun­des­ge­richts­hof war die Klä­ge­rin Mie­te­rin ei­ner Woh­nung des Be­klag­ten in Ber­lin, die bau­seits mit ei­ner Ein­bau­kü­che aus­ge­stat­tet war. Es be­stand ein Miet­ver­trag in dem mit Zu­satz­ver­ein­ba­rung ge­re­gelt war, dass ein Be­trag in Hö­he von 34,64 DM auf die Ein­bau­kü­che des Ver­mie­ters ent­fiel.

Nach Ab­schluss des Miet­ver­tra­ges bat die Klä­ge­rin, die Ein­bau­kü­che durch ei­ne ei­ge­ne Kü­chen­ein­rich­tung er­set­zen zu dür­fen. Der Be­klag­te er­klär­te si­ch da­mit ein­ver­stan­den, mach­te dies aber da­von ab­hän­gig, dass die Klä­ge­rin die bis­her ein­ge­bau­te Kü­che auf ih­re Ver­ant­wor­tung sach­ge­recht zu la­gern und bei Be­en­di­gung des Miet­ver­hält­nis­ses auf Ver­lan­gen wie­der ein­zu­bau­en ha­be. Die Klä­ge­rin zahl­te nach dem Ein­bau der ei­ge­nen Kü­che zu­nächst die bis­he­ri­ge Mie­te (in­kl. des für die Kü­che aus­ge­wie­se­nen Zu­schlags) wei­ter.

In der Fol­ge­zeit wur­de je­doch die in ei­nem Kel­ler­raum ge­la­ger­te ur­sprüng­li­ch ein­ge­bau­te Kü­che ent­wen­det. Zwar zahl­te die Ver­si­che­rung ei­nen Ent­schä­di­gungs­be­trag an den Be­klag­ten, die Klä­ge­rin mein­te je­doch, die vor­ge­se­he­ne an­tei­li­ge Mie­te für die Ein­bau­kü­che nicht mehr ent­rich­ten zu müs­sen, da die Kü­che ihr in­fol­ge des Dieb­stah­les nicht mehr zur Ver­fü­gung ste­he.

Der Rechts­streit ging durch al­le In­stan­zen vom Amts­ge­richt bis zum Land­ge­richt und letzt­li­ch bis zum Bun­des­ge­richts­hof, der ent­schei­den mus­s­te, ob die Miet­min­de­rung von mo­nat­li­ch 15,59 € an­ge­mes­sen ist.

Der Bun­des­ge­richts­hof ent­schied, dass das Ab­han­den­kom­men der al­ten Kü­che nicht zu ei­ner Min­de­rung der Mie­te füh­ren darf. Denn mit der ge­trof­fe­nen Ab­re­de, dass die Klä­ge­rin die vor­han­de­ne Kü­che ge­gen ei­ne Kü­che ei­ge­ner Wahl aus­tau­schen durf­te, die aus­ge­bau­te Kü­che aber auf­zu­be­wah­ren hat­te, ha­ben die Par­tei­en den Miet­ver­trag un­ter Bei­be­hal­tung der ver­ein­bar­ten Ge­samt­mie­te da­hin­ge­hend ab­ge­än­dert, dass si­ch die Ge­brauchs­ge­wäh­rungs­pflicht des Be­klag­ten je­den­falls so­lan­ge nicht auf ei­ne Ein­bau­kü­che er­streck­te, als die Klä­ge­rin die Woh­nung selbst mit ei­ner Kü­che aus­ge­stat­tet hat­te.

Durch das Ab­han­den­kom­men der im Kel­ler ein­ge­la­ger­ten und von der Klä­ge­rin der­zeit nicht be­nö­tig­ten Kü­chen­ein­rich­tung ist al­so kei­ne nach­tei­li­ge Ab­wei­chung der ver­ein­bar­ten Be­schaf­fen­heit des Miet­ob­jekts ein­ge­tre­ten, so­dass ein zur Miet­min­de­rung füh­ren­der Man­gel der Miet­sa­che nicht vor­liegt.

Über­dies muss si­ch der Be­klag­te nicht vor­hal­ten las­sen, dass er si­ch treu­wid­rig ver­hält, in­dem er ei­ner­seits die von der Ver­si­che­rung ge­zahl­te Ver­si­che­rungs­sum­me für die Kü­che be­hält, oh­ne der­zeit ei­ne neue Kü­che an­zu­schaf­fen, und gleich­wohl auch die Zah­lung der für die Kü­chen­nut­zung ver­ein­bar­ten Mie­te be­steht. Die Miet­zah­lungs­pflicht be­ur­teilt si­ch aus­schließ­li­ch nach der von den Par­tei­en ge­trof­fe­nen Ab­spra­che, näm­li­ch dass der Be­klag­te kei­ne Kü­che be­reit­zu­stel­len hat, so­lan­ge die Klä­ge­rin ih­re ei­ge­ne Kü­chen­ein­rich­tung nutzt.