Kör­per­li­che Fit­ness und die ver­trag­li­che Grund­la­ge

Die Fitness- Bran­che boomt. Die Men­schen ach­ten mehr und mehr auf ih­re Ge­sund­heit und kör­per­li­che Fit­ness. Sie er­näh­ren sich be­wusst ge­sund und trei­ben als Aus­gleich zum Ar­beits­all­tag oder um sich und ih­ren Kör­per fit zu hal­ten re­gel­mä­ßig Sport.

Die Mög­lich­keit ei­nes kon­stan­ten, kon­trol­lier­ten und wit­te­rungs­un­ab­hän­gi­gen Trai­nings macht die Nut­zung ei­nes Fit­ness­stu­di­os be­son­ders at­trak­tiv. Zu­dem trai­niert man meis­tens nicht al­lein und be­fin­det sich un­ter Gleich­ge­sinn­ten. Dies kann die Mo­ti­va­ti­on am und zum ei­ge­nen Trai­ning stei­gern.

Die ver­trag­li­che Aus­ge­stal­tung von Fitnessstudio-​Verträgen ist sehr viel­fäl­tig. Vor Ab­schluss ei­nes Fit­ness­stu­dio­ver­tra­ges soll­te die­ser da­her gründ­lich ge­le­sen wer­den. Fit­ness­stu­dio­ver­trä­ge ha­ben in der Re­gel ei­ne be­stimm­te Min­dest­ver­trags­lauf­zeit. Meis­tens wird ein Fit­ness­stu­dio­ver­trag mit ei­ner Lauf­zeit von 12 oder 24 Mo­na­ten ge­schlos­sen. Doch auch ei­ne län­ge­re Ver­trags­lauf­zeit von bis zu 48 Mo­na­ten kann recht­lich zu­läs­sig sein. Der Vor­teil für den Fitnessstudio-​Nutzer ei­nen Ver­trag mit län­ge­rer Lauf­zeit ab­zu­schlie­ßen liegt meis­tens in den hier­mit ver­bun­de­nen ge­rin­ge­ren Bei­trags­sät­zen. Wäh­rend der Ver­trags­dau­er be­steht re­gel­mä­ßig kein Kün­di­gungs­recht, das be­deu­tet der Fitnessstudio-​Nutzer kann den Ver­trag mit dem Fit­ness­stu­dio in der Re­gel nicht vor Ab­lauf der ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Ver­trags­lauf­zeit be­en­den.

Es ist auch zu be­ach­ten, dass sich die Lauf­zeit des Fit­ness­stu­dio­ver­tra­ges bei den meis­ten Ver­trags­ge­stal­tun­gen au­to­ma­tisch um 12 wei­te­re Mo­na­te ver­län­gert, wenn er nicht recht­zei­tig un­ter Ein­hal­tung der ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Frist durch ei­ne meist schrift­li­che Kün­di­gung be­en­det wird. Die Dau­er der Kün­di­gungs­frist be­stimmt nach den Be­stim­mun­gen des ab­ge­schlos­se­nen Ver­trag es, häu­fig sind drei Mo­na­te zum En­de der Ver­trags­lauf­zeit ver­ein­bart.

Bei ei­ner Kün­di­gung zum En­de der ver­ein­bar­ten Lauf­zeit muss ein Grund für die Be­en­di­gung nicht vor­lie­gen. Es soll­te al­ler­dings der frist­ge­rech­te Zu­gang der Kün­di­gung im Streit­fall nach­ge­wie­sen wer­den kön­nen.

Die Be­en­di­gung des Ver­tra­ges vor Ab­lauf der ver­ein­bar­ten Lauf­zeit ist nur un­ter en­gen Vor­aus­set­zun­gen mög­lich.

Ein Wi­der­rufs­recht des Ver­tra­ges ist ge­setz­lich nicht vor­ge­se­hen.

Wäh­rend der Ver­trags­lauf­zeit hat der Fit­ness­stu­dio­nut­zer selbst­ver­ständ­lich das Recht den Ver­trag zu be­en­den, wenn ein wich­ti­ger Grund für die Be­en­di­gung vor­liegt

Bei ei­nem Um­zug des Fitnessstudio-​Nutzers ent­steht ein Recht zur Kün­di­gung des Fit­ness­stu­dio­ver­tra­ges nicht au­to­ma­tisch. Man­che Ver­trä­ge se­hen hier­zu ei­ne ge­son­der­te Klau­sel vor. Es lohnt sich da­her den Ver­trag ge­nau­es­ten zu über­prü­fen.

Bei Krank­heit kann ein wich­ti­ger Grund zur Kün­di­gung nach Vor­la­ge ei­nes ärzt­li­chen At­tests be­stehen, wenn die­ses aus­drück­lich klar­stellt, dass kör­per­li­che Er­tüch­ti­gun­gen auf Dau­er, min­des­tens bis zum En­de der ver­ein­bar­ten Ver­trags­lauf­zeit un­ter­sagt sind.

Bei vor­über­ge­hen­der Er­kran­kung bie­ten vie­le Fit­ness­stu­di­os aus Ku­lanz die Mög­lich­keit, den Ver­trag für ei­ne ge­wis­se Zeit „auf Eis“ zu le­gen und die Bei­trags­zah­lun­gen aus­zu­set­zen. Die pau­sier­ten Mo­na­te ver­län­gern den Ver­trag dann in der Ge­samt­dau­er. Ein An­spruch auf ei­ne sol­che „Stun­dung“ be­steht grund­sätz­lich nicht. Sie ist in­di­vi­du­ell mit dem Fit­ness­stu­dio­be­trei­ber zu ver­ein­ba­ren.