Mehr Re­gis­ter — mehr Trans­pa­renz !?

Der Wir­bel um das neue Da­ten­schutz­recht über­spielt fast al­les. Tat­säch­lich gibt es auch noch an­de­re Neue­run­gen, mit de­nen sich Ge­wer­be­trei­ben­de be­schäf­ti­gen soll­ten.

So hat der Ge­setz­ge­ber mit dem neu­en Geld­wä­sche­ge­setz zu Be­ginn des Jah­res 2018 ein neu­es Re­gis­ter für Un­ter­neh­men und Ge­sell­schaf­ten ge­schaf­fen. In dem neu­en Trans­pa­renz­re­gis­ter sind Un­ter­neh­men ver­pflich­tet, die Per­son zu be­nen­nen, die tat­säch­lich hin­ter ei­nem Un­ter­neh­men steht, den so­ge­nann­ten „wirt­schaft­lich Be­rech­tig­ten“. Da­mit soll Miss­brauch von kom­ple­xen Fir­men­struk­tu­ren zum Zweck der Geld­wä­sche ver­hin­dert wer­den. Ge­schäfts­part­ner und öf­fent­li­che Stel­len kön­nen sich im Re­gis­ter in­for­mie­ren, wer tat­säch­lich hin­ter den je­wei­li­gen Ge­sell­schaf­ten steckt.

Al­ler­dings bringt die­ses neue Re­gis­ter auch neue Pflich­ten und mehr Ver­wal­tungs­auf­wand für Un­ter­neh­men mit sich. Es müs­sen nun­mehr die Per­so­na­li­en so­wie die Art des wirt­schaft­li­chen In­ter­es­ses, ins­be­son­de­re die Ge­sell­schaf­ter­be­tei­li­gung der Per­son, mit­ge­teilt wer­den, in de­ren Ei­gen­tum oder in de­ren Kon­trol­le die Ge­sell­schaft steht. Bei Ge­sell­schaf­ten ist je­de na­tür­li­che Per­son wirt­schaft­lich Be­rech­tig­ter, die un­mit­tel­bar oder mit­tel­bar ent­we­der mehr als 25% der An­tei­le hält oder 25% der Stimm­rech­te kon­trol­liert. Mel­de­pflich­tig sind in der Re­gel die Ge­schäfts­füh­rer.

Was auf den ers­ten Blick ein­fach er­scheint, kann in kom­pli­zier­ten Fäl­len auch Kopf­schmer­zen be­rei­ten. Was ist, wenn die Ge­sell­schaf­ter un­ter­ein­an­der Ver­ein­ba­run­gen zur Stimm­rechts­aus­übung ge­trof­fen ha­ben? Was ist bei mehr­stu­fi­gen Be­tei­li­gungs­ver­hält­nis­sen, ggf. noch mit Aus­lands­ge­sell­schaf­ten? Was gilt bei Treu­hand­ver­trä­gen? Hier gilt es ge­nau zu prü­fen, was of­fen­zu­le­gen ist.

Für die ers­te Zeit hat der Ge­setz­ge­ber ei­ne Er­leich­te­rung ge­schaf­fen. Ist aus an­de­ren öf­fent­li­chen Re­gis­tern die Be­tei­li­gung er­sicht­lich, be­darf es zu­nächst kei­ner Mel­dung. Erst wenn ab dem 01.01.2018 Än­de­run­gen er­fol­gen, be­steht die Mel­de­pflicht. Kann al­so ins­be­son­de­re aus dem Han­dels­re­gis­ter er­se­hen wer­den, wer wirt­schaft­lich Be­rech­tig­ter ist, so be­steht zu­nächst kein Hand­lungs­be­darf. Je­doch ist das Trans­pa­renz­re­gis­ter nun bei al­len Neu­ge­stal­tun­gen in Be­tracht zu zie­hen.

Igno­rie­ren darf man das Trans­pa­renz­re­gis­ter nicht. Ver­stö­ße sind buß­geld­be­wehrt. Im Zwei­fel ist sorg­fäl­tig zu prü­fen, wel­che In­for­ma­tio­nen of­fen­zu­le­gen sind. Und ob da­mit tat­säch­lich ein Mehr an Trans­pa­renz er­reicht wird, wie sich das der Ge­setz­ge­ber vor­stellt, bleibt ab­zu­war­ten.

Dr. Malte Schwertmann

Dr. Malte Schwertmann

Rechtsanwalt und Partner bei meyerhuber rechtsanwälte partnerschaft mbb
Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht
Telefon: 0981/972123-90
E-Mail: schwertmann@meyerhuber.de
Dr. Malte Schwertmann