Muss ich ei­ne Steu­er­erklä­rung ab­ge­ben?

Ge­ra­de Ar­beit­neh­mer, die seit Jah­ren kei­ne Steu­er­erklä­rung mehr ab­ge­ge­ben ha­ben, fra­gen im­mer wie­der, ob sie nicht ei­gent­lich da­zu ver­pflich­tet wä­ren.

Grund­sätz­lich kann hier Ent­war­nung ge­ge­ben wer­den.

Wer „nur“ ab­hän­gig be­schäf­tigt ist und ein Ge­halt be­zieht, von dem die Lohn­steu­er ab­ge­zo­gen wird, muss grund­sätz­lich kei­ne Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung ab­ge­ben. Die Aus­nah­men re­gelt § 46 Ein­kom­men­steu­er­ge­setz (EStG). Hier sind die Aus­nah­me­fäl­le ge­nannt, in de­nen auch der Ar­beit­neh­mer ei­ne Steu­er­erklä­rung ab­ge­ben muss. Bei­spiel­haft sei hier der Be­zug von Ein­künf­ten oh­ne Lohn­steu­er­ab­zug oder Lohn­er­satz­leis­tun­gen, sprich et­wa Arbeitslosen-, Kurzarbeiter- oder El­tern­geld, von mehr als 410,00 € ge­nannt. Aber auch wenn Sie Frei­be­trä­ge vom Lohn­steu­er­ab­zug in An­spruch ge­nom­men ha­ben, müs­sen Sie ei­ne Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung ab­ge­ben. Glei­ches gilt, wenn Ih­re Ehe ge­schie­den wur­de oder ein Part­ner ver­stor­ben ist und ei­ner der Ehe­gat­ten im sel­ben Jahr wie­der hei­ra­tet.

Die Ab­ga­be der Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung kann aber nicht nur ei­ne läs­ti­ge Pflicht sein. Oft lohnt sie sich. Das ist et­wa der Fall, wenn Sie ho­he Wer­bungs­kos­ten ha­ben. Das Ge­setz de­fi­niert sie als „Auf­wen­dun­gen zur Er­wer­bung, Si­che­rung und Er­hal­tung der Ein­nah­men“. Hier­un­ter fal­len zum Bei­spiel die Fahrt­kos­ten für den Weg zur Ar­beit. Auch so­ge­nann­te Son­der­aus­ga­ben (zum Bei­spiel Riester-​Vertrag) kön­nen die Steu­er min­dern. Glei­ches gilt für die so­ge­nann­ten au­ßer­ge­wöhn­li­chen Be­las­tun­gen wie Krank­heits­kos­ten.

Die ab­zugs­fä­hi­gen Po­si­tio­nen kön­nen viel­fäl­tig sein. Es lohnt sich auf je­den Fall zu prü­fen, ob die Ab­ga­be ei­ner Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung wirt­schaft­lich sinn­voll ist.

Grund­sätz­lich ha­ben Sie für die Ab­ga­be der Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung, wenn Sie hier­zu nicht ver­pflich­tet sind, vier Jah­re Zeit.

Soll­ten Sie ver­pflich­tet sein ei­ne Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung ab­zu­ge­ben, en­det die Frist grund­sätz­lich am 31.05. des Fol­ge­jah­res. Sie kann je­doch auf An­trag ver­län­gert wer­den. Sie en­det grund­sätz­lich erst am 31.12. des Fol­ge­jah­res, wenn ein Steu­er­be­ra­ter für Sie tä­tig ist.

Die­se Fris­ten soll­ten im Fall der Ver­pflich­tung zur Ein­kom­men­steu­er un­be­dingt ein­ge­hal­ten wer­den, an­dern­falls zu­min­dest ei­ne Ver­län­ge­rung der Frist be­an­tragt wer­den, da­mit Ih­nen nicht der Vor­wurf ge­macht wer­den kann, Steu­ern ge­ge­be­nen­falls ver­kürzt zu ha­ben. So schüt­zen Sie sich vor un­an­ge­neh­men und be­las­ten­den straf­recht­li­chen Er­mitt­lungs­ver­fah­ren.

Dr. Christian Horvat

Dr. Chris­ti­an Hor­vat

Fach­an­walt für Straf­recht
Fach­an­walt für Steu­er­recht
Te­le­fon: 0981/972123 – 81
E-​Mail: horvat@​meyerhuber.​de
Dr. Christian Horvat

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