Un­wet­ter­schä­den: Zahlt die Ver­si­che­rung?

Ver­ur­sa­chen Un­wet­ter Schä­den an Wohn­häu­sern und Fahr­zeu­gen, kann das so rich­tig teu­er wer­den. Die fi­nan­zi­el­len Fol­gen muss je­doch der­je­ni­ge nicht fürch­ten, der sich recht­zei­tig gut ver­si­chert hat. So oder so ähn­lich er­tönt es dann uni­so­no sei­tens der Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaf­ten. Ob man tat­säch­lich gut ver­si­chert ist, er­fährt man je­doch erst, wenn der Scha­dens­fall ein­ge­tre­ten ist.

In jüngs­ter Zeit spielt das Wet­ter ge­ra­de auch in Deutsch­land ver­rückt. Un­ter­wet­ter­ka­prio­len rich­ten an Häu­sern und Fahr­zeu­gen im­mense Schä­den an, wie man sie sonst nur aus dem Fern­se­hen kann­te. Den­noch re­agie­ren vie­le Be­trof­fe­ne zu­min­dest et­was ge­las­se­ner, da sie Ihr Hab und Gut ver­si­chert ha­ben. Doch für wel­chen Schutz man in den letz­ten Jah­ren oder Jahr­zehn­ten tat­säch­lich re­gel­mä­ßig sei­ne Bei­trä­ge ge­zahlt hat, er­fährt man erst, wenn der Scha­dens­fall ein­ge­tre­ten ist. Dann kann es zu der ei­nen oder an­de­ren bö­sen Über­ra­schung kom­men.

So gibt es be­reits kei­ne uni­ver­sa­le „Unwetter-Versicherung“. Viel­mehr kön­nen nur ge­wis­se Ob­jek­te und Ri­si­ken in den Sach­ver­si­che­run­gen ein­ge­deckt wer­den. Re­gel­mä­ßig er­fasst sind dort Hagel-, Sturm- und Lei­tungs­was­ser­schä­den. Läuft al­ler­dings Was­ser in den Kel­ler, wird Schmutz­was­ser aus der Ka­na­li­sa­ti­on zu­rück ins Haus ge­drückt oder kommt es zu Hoch­was­ser­schä­den sind die­se Ri­si­ken eben­so re­gel­mä­ßig nicht er­fasst. Ab­hil­fe könn­te dann ei­ne Elementarschaden-Versicherung schaf­fen, über die je­doch nur die we­nigs­ten ver­fü­gen.

Aber auch wenn das ent­spre­chen­de Ri­si­ko recht­zei­tig in an­ge­mes­se­ner Hö­he ver­si­chert wur­de, be­deu­tet dies noch lan­ge nicht, dass tat­säch­lich im Ver­si­che­rungs­fall der ent­stan­de­ne Scha­den in vol­ler Hö­he er­stat­tet wird. Das Ver­si­che­rungs­rechts bie­tet zahl­rei­che An­satz­punk­te für Ver­si­che­rer be­gehr­te Leis­tun­gen ab­zu­leh­nen oder zu kür­zen. Hin­zu kom­men noch die je­weils in­di­vi­du­el­len Ver­trags­be­din­gun­gen der ein­zel­nen Ge­sell­schaf­ten und die dort im Klein­ge­druck­ten for­mu­lier­ten Aus­schlüs­se und Ver­hal­tens­an­for­de­run­gen an die Ver­si­cher­ten vor und nach dem Scha­dens­er­eig­nis. Für den ver­si­che­rungs­recht­li­chen Lai­en ein kaum zu durch­schau­en­des Wirr­warr.

Spä­tes­tens seit Be­ginn der Fi­nanz­kri­se sind auch die Ver­si­che­rer ent­spre­chend „sen­si­bi­li­siert“ und die Leis­tungs­ab­tei­lun­gen sind an­ge­wie­sen, her­an­ge­tra­ge­ne An­sprü­che „gründ­lich“ zu prü­fen. Da­mit geht nicht nur ei­ne er­heb­li­che zeit­li­che Ver­zö­ge­rung ein­her, die be­reits vie­le Ge­schä­dig­te in der kon­kre­ten Si­tua­ti­on zer­mürbt. Viel­mehr ist auch fest­zu­stel­len, dass oft­mals und ge­ra­de auch mit dün­ner Ar­gu­men­ta­ti­on gel­tend ge­mach­ten An­sprü­che zu­erst ein­mal zu­min­dest ge­kürzt wer­den. Die Kon­zer­ne set­zen nicht sel­ten auch dar­auf, dass die Ver­si­cher­ten die­se Kür­zun­gen schon hin­neh­men wer­den und ei­ne Aus­ein­an­der­set­zung scheu­en. Die we­ni­gen Un­er­schro­cke­nen ver­ur­sa­chen dann zwar Mehr­kos­ten; die­se wer­den je­doch durch die Ein­spa­run­gen bei den „Er­schro­cke­nen“ mehr als kom­pen­siert.

Sol­che Kür­zun­gen soll­ten kei­nes­falls un­ge­prüft ak­zep­tiert wer­den. Er­fah­rungs­ge­mäß er­fol­gen mehr als die Hälf­te der Ab­leh­nun­gen und Kür­zun­gen zu Un­recht. Ei­ne Über­prü­fung lohnt sich.

Michael Schmidl

Michael Schmidl

Rechtsanwalt und Partner bei meyerhuber rechtsanwälte partnerschaft mbb
Fachanwalt für Verkehrsrecht
Fachanwalt für Versicherungsrecht
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E-Mail: schmidl@meyerhuber.de
Michael Schmidl