Ver­brau­cher bes­ser vor E-Mails ge­schützt!

Der Bun­des­ge­richts­hof hat ein klei­nes Weih­nachts­ge­schenk für den Ver­brau­cher­schutz in ei­ne Grund­satz­ent­schei­dung ver­packt.

Kom­mer­zi­el­ler Wer­bung kann man sich heut­zu­ta­ge kaum noch ent­zie­hen. Dies gilt selbst dann, wenn man sich als Ver­brau­cher in sei­nen pri­va­ten Räum­lich­kei­ten auf­hält.

Ob im Fern­se­hen, im Ra­dio oder im In­ter­net: Über­all be­wer­ben kom­mer­zi­el­le An­bie­ter ih­re Pro­duk­te und Leis­tun­gen. Selbst wenn man heut­zu­ta­ge als Kun­de sog. Ser­vice­ruf­num­mern von Un­ter­neh­men an­wählt, wird man mit­un­ter in der War­te­schlei­fe stän­dig mit Wer­bung be­schallt.

Ei­ni­ge kom­mer­zi­el­le An­bie­ter sind da­zu über­ge­gan­gen, auch im Rah­men der mit Ver­brau­chern ge­führ­ten E-Mail-Korrespondenz Wer­bung zu plat­zie­ren. Ge­ra­de in sog. Bestätigungs-E-Mails („No-Reply“) fin­det sich Wer­bung. Es han­delt sich da­bei um au­to­ma­tisch ge­ne­rier­te E-Mails, die der Ver­brau­cher um­ge­hend als Be­stä­ti­gung des Ein­gangs sei­ner ei­ge­nen E-Mail-Anfrage mit der An­kün­di­gung ei­ner zeit­na­hen Be­ar­bei­tung vom Un­ter­neh­mer er­hält. Die­se Wer­be­maß­nah­me ist für die Un­ter­neh­men kos­ten­güns­tig und ein­fach durch „ein oder zwei Klicks“ or­ga­ni­siert. Wer­bung er­hält da­mit auch Ein­zug in die pri­va­te elek­tro­ni­sche Post.

Die­ser Vor­ge­hens­wei­se hat der Bun­des­ge­richts­hof in ei­ner Ent­schei­dung vom 15.12.2015 ei­nen Rie­gel vor­ge­scho­ben. In dem Ver­fah­ren hat­te ein Ver­brau­cher da­ge­gen ge­klagt, dass er Bestätigung-E-Mails mit Wer­b­e­inhalt er­hält, oh­ne vor­her aus­drück­lich der Über­sen­dung von Wer­bung zu­ge­stimmt zu ha­ben. Die Sicht­wei­se des Ver­brau­chers hat der Bun­des­ge­richts­hof in sei­ner vor­zi­tier­ten Ent­schei­dung aus­drück­lich be­stä­tigt.

Der 6. Zi­vil­se­nat (Az: IV AZ 134/15) hat ge­ur­teilt, dass ge­gen den er­klär­ten Wil­len ei­nes Ver­brau­chers über­sand­te E-Mails mit werb­li­chem In­halt ei­ne Ver­let­zung des All­ge­mei­nen Per­sön­lich­keits­rechts dar­stel­len. Ein wei­te­res Mal wur­den da­mit Ver­brau­cher­rech­te durch das höchs­te deut­sche Zi­vil­ge­richt ge­stärkt. Ver­brau­cher kön­nen sich zu­künf­tig noch bes­ser ge­gen un­er­wünsch­te Wer­bung zur Wehr set­zen.