Ver­stoß ge­gen den Mindestlohn- und nun ?

Seit dem 01.01.2015 gilt nach dem Min­dest­lohn­ge­setz in Deutsch­land ein ge­setz­li­cher Min­dest­lohn. Erst kürz­lich ver­öf­fent­lich­te Un­ter­su­chun­gen ha­ben ge­zeigt, dass sich nicht al­le Ar­beit­ge­ber an die ge­setz­li­chen Vor­ga­ben hal­ten. Die da­mit ver­bun­de­nen recht­li­chen Pro­ble­me sind da­bei nicht zu un­ter­schät­zen: Ver­stö­ße ge­gen das Min­dest­lohn­ge­setz ha­ben laut An­ga­ben des Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums im Jahr 2017 zu 2500 ein­ge­lei­te­ten Er­mitt­lungs­ver­fah­ren durch den Zoll ge­führt.

Wel­che Re­ge­lun­gen ent­hält das Min­dest­lohn­ge­setz?
Das Min­dest­lohn­ge­setz ent­hält nicht nur die Re­ge­lung, dass ein Min­dest­lohn in be­stimm­ter Hö­he an ei­nen Ar­beit­neh­mer zu ent­rich­ten ist, son­dern nor­miert auch sol­che Tat­be­stän­de wie z.B. Do­ku­men­ta­ti­ons­pflich­ten, die bei ei­nem Ver­stoß auch er­heb­li­che Buß­gel­der nach sich zie­hen kön­nen.

Wel­che Kon­se­quen­zen dro­hen Ar­beit­ge­bern?
Be­reits die fahr­läs­si­ge (!) Nicht­zah­lung bzw. nicht recht­zei­ti­ge Zah­lung des Min­dest­lohns stellt ei­ne Ord­nungs­wid­rig­keit dar, die mit ei­nem Buß­geld von bis zu 500.000 € be­legt wer­den kann. In be­stimm­ten Ge­schäfts­be­rei­chen stellt aber auch die Nicht­auf­zeich­nung bzw. nicht frist­ge­rech­te Auf­zeich­nung von Be­ginn, Dau­er und En­de der täg­li­chen Ar­beits­zeit ei­nen Ge­set­zes­ver­stoß dar, der mit ei­ner Geld­bu­ße bis zu ei­ner Hö­he von 30.000 € ge­ahn­det wer­den kann. Es dro­hen je­doch nicht nur fi­nan­zi­el­le Ein­bu­ßen: So kann die er­wähn­te Nicht­zah­lung des Min­dest­loh­nes auch da­zu füh­ren, dass ein Un­ter­neh­men von der Ver­ga­be öf­fent­li­cher Auf­trä­ge aus­ge­schlos­sen wird und/oder auch ei­nen Ein­trag in das Ge­wer­be­zen­tral­re­gis­ter mit sich bringt. In man­chen Fäl­len wer­den die er­mit­teln­den Zoll­be­hör­den aber auch ge­gen­über der Staats­an­walt­schaft ent­spre­chen­de Mel­dung ma­chen, wenn we­gen der Nicht­ge­wäh­rung des Min­dest­loh­nes An­halts­punk­te für das Vor­ent­hal­ten von So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­gen oder auch Be­trug zu­las­ten des Ar­beit­neh­mers im Raum ste­hen. In ex­tre­men Fäl­len steht am En­de so­gar ei­ne Frei­heits­stra­fe.

Wel­che Mög­lich­kei­ten ha­ben Ar­beit­ge­ber?
Ein be­trof­fe­ner Ar­beit­ge­ber ist den er­mit­teln­den Be­hör­den aber nicht schutz­los aus­ge­lie­fert; viel­mehr ste­hen ihm di­ver­se Rech­te zu: So hat er ge­gen­über den Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den un­ter an­de­rem das Recht kei­ne An­ga­ben zur Sa­che ma­chen zu müs­sen oder auch das Recht auf Hin­zu­zie­hung ei­nes An­walts.

Fa­zit:
Der Min­dest­lohn kann nicht nur ar­beits­recht­li­che Pro­ble­me auf­wer­fen, son­dern auch wei­ter­rei­chen­de Kon­se­quen­zen nach sich zie­hen kann. Nur wer da­bei sei­ne Rech­te kennt, kann die­se auch ide­al für sich in An­spruch neh­men.

Dominik Stelzig
Dominik Stelzig

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