Zahn­fee vor Ge­richt

Viele Menschen haben Angst vor dem Zahnarztbesuch und das leider manchmal zu Recht. Der Zahnarzt findet so manches Loch oder muss einen Zahn ziehen, aufwendige Behandlungen im Mund sind schmerzhaft und meist auch teuer. Die Krankenversicherung übernimmt Zahnersatz nur teilweise und schnell muss der Patient ein kleines Vermögen investieren, um irgendwann wieder kraftvoll zubeißen zu können.

Aber was ist, wenn man nach dem Besuch beim Zahnarzt mehr Probleme hat als vorher? Was, wenn die Brücke nicht passt, das Implantat schief sitzt und jeder Biss zur Tortur wird?

Ursache kann falsch konstruierter oder schlecht sitzender Zahnersatz sein. Zahnschmerzen sind besonders tückisch, der morgendliche Kaffee löst bereits Schmerzen aus, das Mittagessen kann kaum gekaut werden und das abendliche Zähneputzen raubt die letzte Kraft.

Am nächsten Tag steht man als Notfallpatient in der Praxis des Zahnarztes und wenn er es nicht richten kann, sucht man geschwind einen anderen Zahnarzt auf, der endlich die Schmerzursache finden und beseitigen soll.

Aber Vorsicht! Die erneute Behandlung verursacht zusätzliche Kosten, die der Patient häufig alleine tragen muss. Die Überbleibsel der Erstbehandlung müssen entfernt werden, eventuell eine neue Brücke hergestellt und eingepasst werden. Andere Zähne sind womöglich geschädigt worden und müssen auch behandelt werden. Schnell kommt eine vierstellige Summe zusammen und die möchte man gerne von dem Erstbehandler ersetzt bekommen.

Das Problem besteht an dieser Stelle darin, dass es praktisch unmöglich ist, zu beweisen, dass die Brücke falsch konstruiert war, schlecht saß oder das Implantat auf den Nerv drückte, wenn der Zweitbehandler das Beweisstück entfernt und neuen Zahnersatz einsetzt.

Wichtig ist es daher, vor der Behandlung durch den zweiten Zahnarzt den Status quo dokumentieren und die Fehler des ersten Zahnarztes durch einen unabhängigen Sachverständigen begutachten zu lassen.

Wenn man alle Beweise möglichst schnell und stichhaltig zusammentragen möchte, kann ein Beweissicherungsverfahren vor Gericht eingeleitet werden. Ziel dieses Verfahrens ist es, mithilfe eines Sachverständigen die Fehler des Erstbehandlers gerichtsfest feststellen zu lassen und dadurch einem langwierigen Klageverfahren vorzubauen. Das Verfahren kann eingeleitet werden, wenn zu besorgen ist, dass das Beweismittel verloren geht und wenn ein Interesse daran besteht, dass der Zustand der Zähne und der Aufwand für die Beseitigung eines fehlerhaften Zahnersatzes festgestellt werden soll.

Das Sachverständigengutachten aus dem sogenannten selbstständigen Beweisverfahren kann als Gutachten in einem späteren Rechtsstreit verwendet werden und ersetzt dann einen Teil der Beweisaufnahme im Klageverfahren.

Vorteil für den Patienten ist, dass er nach der Begutachtung die notwendige Nachbehandlung vornehmen lassen und später, mithilfe der Ergebnisse des selbstständigen Beweisverfahrens, Schadensersatz und Schmerzensgeld vom Erstbehandler verlangen kann. Die Kosten der Nachbehandlung können so geltend gemacht werden und ein Schmerzensgeld mag so manche Tortur entschädigen.

Juristisch kompetente Unterstützung für ein selbstständiges Beweisverfahren ist ratsam – sprechen Sie uns einfach an.