Warum eine Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht wichtig ist

Täglich passieren schreckliche Unfälle und Menschen werden hierdurch aus dem Leben gerissen. In diesem Moment drängen sich bei den Betroffenen und ihren Familien wichtige juristische und medizinische Fragen auf.

Wir lesen von diesen Unfällen in der Zeitung, hören den Unfallbericht im Radio und wir unterhalten uns mit Kollegen oder Freunden hierüber. Meist erscheint uns dieser Unfall jedoch weit weg. Tatsache ist jedoch, ein Unfall oder eine plötzliche, schwere Erkrankung kann jeden ereilen.

Vorsicht ist besser als Nachsicht!

Diese alte Weisheit trifft zu! Denn es ist für uns alle sinnvoll, frühzeitig eine Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht anzufertigen.

Im Alltag hat man oftmals keine Zeit sich mit dem Thema zu befassen, oder man schiebt es vor sich her, nach dem Motto „das mache ich wann anders“. Sicherlich ist für viele von uns das Thema Tod auch sehr unangenehm und man möchte sich daher bewusst nicht mit der Frage, wie man sich das eigene Lebensende vorstellt, auseinandersetzen.

Außerdem herrscht viel Unsicherheit darüber, was man überhaupt regeln kann und welche Möglichkeiten zur Verfügung stehen.

Im Regelfall empfiehlt es sich eine Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht zu erstellen. Hierdurch erhält man Rechtssicherheit und nimmt den Angehörigen, im Fall eines Unfalls oder einer plötzlichen Erkrankung, schwere Entscheidungen ab.

Was regelt eine Patientenverfügung?

In einer Patientenverfügung wird regelt, was medizinisch getan werden soll, wenn man im Sterben liegt oder im Endstadium einer tödlichen Krankheit.

Es kann geregelt werden, dass in diesen Situationen lediglich pflegerische Maßnahmen ergriffen werden sollen, also beispielsweise die Gabe von Flüssigkeit. Viele Personen legen fest, dass sie keine Wiederbelebungsmaßnahmen wünschen und auf eine künstliche Ernährung verzichten.

Selbstverständlich kann in einer Patientenverfügung ganz individuell geregelt werden, welche medizinischen Maßnahmen ergriffen werden und welche die Ärzte unterlassen sollen.

Darüber hinaus kann geregelt werden, ob man Organe spenden möchte. Diese Entscheidung trifft jeder Mensch für sich individuell und kann in einer Patientenverfügung auch entsprechend berücksichtigt werden.

Was regelt eine Vorsorgevollmacht?

In einer Vorsorgevollmacht wird geregelt, wer sich in welchem Umfang um die alltäglichen Angelegenheiten kümmern soll, wenn man selbst nicht mehr in der Lage hierzu ist.

Wichtig zu wissen ist, dass die Vorsorgevollmacht sofort gültig ist, also nicht erst dann greift, wenn man geschäftsunfähig wird. Der Vorsorgebevollmächtigte kann mit der Vorsorgevollmacht Rechtsgeschäfte tätigen, auch wenn der Vollmachtgeber noch körperlich und geistig fit ist.

Der Vollmachtgeber muss daher großes Vertrauen zu dem Vollmachtnehmer haben. Es empfiehlt sich daher meist nahestehende Familienangehörige zu benennen, bei denen man davon ausgeht, dass sie die Vorsorgevollmacht nicht ausnutzen und die Rechtsgeschäfte im Sinne des Vollmachtgebers tätigen.

Die Vorsorgevollmacht hält fest, ob der Vollmachtnehmer beispielsweise den Miet- oder Handyvertrag kündigen kann, aber auch, in welches Pflegeheim der Vollmachtgeber kommt, wenn es nötig werden sollte. Der Vollmachtnehmer kann berechtigt werden die Post zu öffnen oder Behördengänge zu erledigen.

Fazit: Vorsicht vor Vordrucken

Im Internet gibt es entsprechende Vordrucke für Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten in Hülle und Fülle. Hier ist aber Vorsicht geboten: Viele dieser Vordrucke enthalten schwammige Formulierungen, die im Fall der Fälle nicht greifen und somit nicht rechtsverbindlich sind.

In Vordrucken können außerdem individuelle Wünsche und Vorstellungen kaum berücksichtigt werden. So kann die Vorsorgevollmacht grundsätzlich auch zwischen Personen geteilt werden bzw. man kann in einzelnen Bereichen eine andere Person als Bevollmächtigten benennen. So kann beispielsweise der Neffe bevollmächtigt werden die Wohnung aufzulösen, auch wenn er sonst keine weiteren Befugnisse erhält.

Formulierungen wie „Ich möchte keinen unwürdigen Tod sterben“ haben kaum juristische Bedeutung, da sie zu ungenau sind. Folge solchen Formulierungen kann sein, dass sich die Angehörigen jahrelang vor Gericht streiten, was der Patient damit gemeint hat. Ärzte würden sich bei dieser Formulierung auch weigern, die Maschinen abzustellen, auch wenn der Patient dies eigentlich so gewollt hätte.

Jeder Mensch ist individuell und hat daher auch unterschiedliche Vorstellungen davon, wie er sein Ableben regeln möchte. Diese Unterschiede können nur in einer eigens erstellten Patientenverfügung herausgearbeitet werden.

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