Rück­sen­dung beim Online-Kauf- Wer zahlt die Ze­che?

Für die meis­ten Men­schen ge­hört die Be­stel­lung von Wa­ren im In­ter­net wohl längst zum Ein­kaufs­all­tag. Tag­täg­lich wer­den Mil­lio­nen von Wa­ren im Netz ein­ge­kauft und in der Rea­li­tät hin und her ge­schickt. Doch wer trägt letzt­lich die Kos­ten für den Trans­port?

Bei den Kos­ten der Hin­sen­dung ist dies klar ge­re­gelt in­so­weit, dass die Hin­sen­de­kos­ten grund­sätz­lich zu­las­ten des Un­ter­neh­mers ge­hen und ei­ne Kür­zung des Kauf­preis­rück­zah­lungs­an­spruchs des Kun­den um Hin­sen­de­kos­ten un­zu­läs­sig ist. Im Fal­le der Rück­ab­wick­lung muss der zu er­stat­ten­de Be­trag grund­sätz­lich um die Hin­sen­de­kos­ten, die der Ver­brau­cher bei der Be­stel­lung be­zahlt hat, er­höht wer­den. Et­was an­de­res gilt nur dann, wenn der Ver­brau­cher nicht den preis­wer­tes­ten Stan­dard­ver­sand ge­wählt hat.

Bei den Rück­sen­de­kos­ten herrsch­te jah­re­lang Ver­wir­rung ins­be­son­de­re auf­grund der so­ge­nann­ten „40-Euro-Klausel“. Die­se Un­klar­hei­ten sind mitt­ler­wei­le vom Ge­setz­ge­ber be­sei­tigt wor­den. Grund­sätz­lich gilt, dass der Ver­brau­cher die Kos­ten der Rück­sen­dung kraft Ge­set­zes zu tra­gen hat. Vor­aus­set­zung hier­für ist je­doch, dass das Un­ter­neh­men den Ver­brau­cher von die­ser Pflicht über die Rück­sen­de­kos­ten in sei­nen all­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen in­for­mie­ren muss. Hier­zu reicht be­reits der Hin­weis, dass der Ver­brau­cher die un­mit­tel­ba­ren Kos­ten der Rück­sen­dung der Wa­ren trägt.

Selbst­ver­ständ­lich ist ei­ne frei­wil­li­ge Kos­ten­über­nah­me der Un­ter­neh­men ge­gen­über dem Kun­den bei Rück­sen­dung der Wa­re mög­lich. In die­sem Fall wird das Un­ter­neh­men in sei­nen AGBs aus­füh­ren, dass es die Kos­ten der Rück­sen­dung trägt. Wich­tig hier­bei ist zu wis­sen, dass die Rück­sen­de­mo­da­li­tä­ten, al­so wel­chen Dienst­leis­ter für die Rück­sen­dung der Kun­de in An­spruch nimmt, dem Ver­brau­cher nicht vor­ge­schrie­ben wer­den kön­nen. Der Ver­brau­cher ist frei bei der Wahl des Versand- oder Spe­di­ti­ons­un­ter­neh­mens al­lein schon we­gen der un­ter­schied­li­chen Fi­li­al­dich­ten und Öff­nungs­zei­ten. Al­ler­dings muss er na­tür­lich im Rah­men der Rück­sen­dung auch Rück­sicht auf die In­ter­es­sen des Un­ter­neh­mers bei et­wai­gen Zu­satz­kos­ten neh­men.

Ab­stand neh­men soll­ten Ver­brau­cher von der un­frei­en Rück­sen­dung der Wa­re, die im­mer wie­der Pro­ble­me ver­ur­sacht. Grund­sätz­lich dürf­te die un­freie Rück­sen­dung der Wa­re zwar zu­läs­sig sein, nur schnei­det sich der Kun­de da­mit meist ins ei­ge­ne Fleisch, so­weit nicht aus­nahms­wei­se der Un­ter­neh­mer die Kos­ten der Rück­sen­dung zu tra­gen hat.

Zu­sam­men­fas­send bleibt al­so fest­zu­hal­ten, dass bei Wi­der­ruf des Kau­fes vor­her ge­nau ge­prüft wer­den soll­te, wer letzt­lich für die Rück­sen­de­kos­ten auf­kommt, da ins­be­son­de­re bei preis­wer­ter Wa­re sich oft­mals hier ei­ne Rück­sen­dung gar nicht loh­nen wird.

Un­ter­neh­men sei drin­gend emp­foh­len die all­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen auf den Stand der ak­tu­el­len Ge­setz­ge­bung und Recht­spre­chung durch ei­nen recht­li­chen Spe­zia­lis­ten an­zu­pas­sen, da an­sons­ten er­heb­li­che Pro­ble­me im Online-Handel dro­hen.

Holger Johannes Pütz-von Fabeck

Holger Johannes Pütz-von Fabeck

Rechtsanwalt und Partner bei meyerhuber rechtsanwälte partnerschaft mbb
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Telefon: 09831/6766-41
E-Mail: puetz-von-fabeck@meyerhuber.de
Holger Johannes Pütz-von Fabeck

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